Polizeigewalt, Kennzeichnungspflicht, Fanrechte, anyone?

Polizeigewalt, Kennzeichnungspflicht, Fanrechte, anyone?

von: Sven Windisch

Bei einem Fußballspiel in der Bezirksliga Nord zwischen dem VfB Zwenkau
und der BSG Chemie Leipzig kam es am 28. September zu einem brutalen
Polizeieinsatz gegenüber den angereisten Gästefans. Nach
übereinstimmenden Aussagen von Augenzeugen gingen die eingesetzten
Polizeibeamten mit unnötiger Aggresivität gegen die Fußballfans vor,
mehrere Fans mussten anschliessend ärztlich versorgt werden. Ein nun im
Internet aufgetauchtes Augenzeugenvideo [1] zeigt deutlich, dass die
eingesetzten Beamten nicht nur mit unnötiger Härte vorgehen, sondern
beweist auch dass die seit langem von den PIRATEN geforderte
individuelle Kennzeichnung von Einsatzbeamten dringend notwendig ist.

In dem Video ist unter anderem zu sehen, wie Polizisten mehrfach
Augenzeugen daran hindern, ihr Vorgehen mit der Handykamera
festzuhalten.

Klaus Peukert, Mitglied im Bundesvorstand der
Piratenpartei und Schiedsrichter im Leipziger Fussball erklärt dazu:

“Fußballfans sind keine Verbrecher. Die Arbeit der Polizeibeamten muss
unter dieser selbstverständlichen Prämisse stattfinden. Die Beamten
dürfen dabei die öffentliche Dokumentation ihrer Einsätze nicht
willkürlich und gewaltsam verhindern. Wie im Fall des Jenaer Pfarrers
Lothar König zu sehen ist, dienen solche Aufzeichnungen klar der
Wahrheitsfindung. Selbstverständlich müssen darüber hinaus alle
Polizisten eindeutig gekennzeichnet sein, um auch Straftaten aus ihren
Reihen heraus aufklären zu können.”

Denn selbst wenn ein Fehlverhalten von Polizeibeamten durch Augenzeugen
dokumentiert wurde kommt es oft nicht zu einer Anzeige, da die
handelnden Beamten unter ihrem Einsatzhelm nicht erkennbar sind. Dieses
Problem kann nur durch eine eindeutige Kennzeichnung gelöst werden.