Aktion für Fanrechte

Aktion für Fanrechte

Menschenunwürdige Einlasskontrollen, von der Polizei willkürlich erteilte Stadt-, Bereichsbetretungs- oder Ausreiseverbote, die Erfassung in die so genannte »Datei Gewalttäter Sport« der Polizei – das alles müssen Fußballfans derzeit über sich ergehen lassen. Die Piratenpartei Deutschland sieht darin einen eklatanten und systematischen Verstoß gegen grundlegende Bürgerrechte.

Mit Aktionen vor über 20 Fußballstadien bei Spielen der ersten, zweiten und dritten Fußballbundesliga sowie den Regionalligen haben wir deshalb Fußballfans nicht nur über die von uns formulierten Ziele informiert, sondern auch die Möglichkeit zum Gespräch geboten und über politische und rechtliche Möglichkeiten aufgeklärt.

In einem Flyer haben wir insbesondere auf die »Datei Gewalttäter Sport« aufmerksam, in der bis dato bereits 18.000 Menschen meist ohne ihr Wissen registriert sind. Einen Vordruck für ein Auskunftsersuchen bei der Polizei Nordrhein-Westfalen, die die bundesweite Datei verwaltet, ist in dem Flyer (PDF; 3,15 MB) enthalten. Daneben boten die PIRATEN die Möglichkeit, über bisherigen politische Entscheidungen, wie beispielsweise der »Datei Gewalttäter Sport« aufzuklären und mit den Fans ins Gespräch zu kommen.
Das Verteilen der Flyer, das Aufklären über die Erfassung der Daten vieler Zuschauer und die Möglichkeit zur Auskunftsersuchung erfolgte bundesweit an vielen Stadien. Gestartet wurde die Aktion beim Auftaktspiel des FC Bayern München gegen Borussia Mönchengladbach am Freitag, den 9. August. Fortgesetzt wurde es am Wochenende vor vielen Stadien, wobei es trotz der Vorfreude vieler Fans auf das kommende Spiel zu interessanten Diskussionen an vielen Standorten kam.

Das Thema Fanrechte ist kein neues für die PIRATEN: Einzelne Landesverbände wie beispielsweise in Hamburg, haben seit Jahren entsprechende Positionen im Programm. Die Piratenfraktion im Landtag Nordrhein-Westfalen führt schon seit längerem »Fanhearings« durch und versucht, den Dialog zwischen Fans und Politik zu fördern – zuletzt am 31.07.2013. Die Kennzeichnungspflicht für Polizeibeamte fordert die Piratenpartei Deutschland bereits seit 2010.

Das Ziel, endlich für Aufklärung zu sorgen und den Stadionbesuchern Möglichkeiten aufzuzeigen, wurde zumindest in Ansätzen erreicht. Wir hoffen, dass sich daraus weitere Gespräche ergeben. Wir wollen, dass diese Themen endlich weg kommt vom oft vermittelten Bild der »Sportfans als potenzielle Gefährder, Störer und Straftäter bei denen die Unschuldsvermutung und andere Rechtsstaatsprinzipien nicht mehr gilt«, hin zu einem Dialog auf Augenhöhe – mit den Fans. Die gemeinsame Aktion am 1. Spieltag der 1. Fußballbundesliga war dabei nur ein Schritt von vielen.

Wir können und wollen dabei nicht die eigenen Initiativen der Fangruppierungen ersetzen oder vereinnahmen. Wir werden uns aber weiterhin engagieren, um das Thema politisch auf die Tagesordnung zu bringen, unabhängig ob in den bisher 4 Landtagen oder zukünftig bundesweit.