Menschenrechte enden nicht am Stadiontor

Menschenrechte enden nicht am Stadiontor

Wie und warum die Piraten sich für Fanrechte engagieren.

Für den Einen oder die Andere mag es erst einmal befremdlich klingen, dass die PIRATEN sich für die Rechte von Fußballfans engagieren.
Böse Zungen behaupten, dass die eine platte Wahlkampfstrategie ist um Wählerstimmen abzugreifen.

Dem ist mitnichten so, denn insbesondere am Beispiel Fanrechte zeigt sich, wie übel es um Freiheitsrechte und ein selbstbestimmtes und eigenverantwortliches Leben stehen kann.

Die letzten Jahre waren davon geprägt, dass DFB zusammen mit Stadionbetreibern und wild gewordenen Innenministern mehr und mehr eine repressive Linie fahren, wenn es um das Regulieren von Fanbewegungen und Kontrollen von Fangruppierungen geht.

Auch in der Frage wie mit Pyrotechnik umzugehen ist, wird mehr und mehr auf „Law and Order“, als auf Dialog gesetzt – sehr zur Freude des Obersherrifs Friedrich.

Personenkontrollen wurde verschärft – man muss sich nicht nur sprichwörtlich nackt machen – wenn Ordner ein Gesicht nicht mögen, Stadionverbote werden ohne Verurteilung verhängt, personenbezogene Daten freimütig ausgetauscht zwischen Ordnungshütern und Stadionbetreibern oder im Rahmen der Datenbank „Gewalttäter Sport“ werden ohne Einsicht, ohne Kontrolle Daten gesammelt, verknüpft und abseits von allen Datenschutz-Bestimmungen weitergegeben, ohne das Betroffene davon in Kenntnis gesetzt werden oder Auskunft erhalten dürfen.

Und genau hier haben wir unglaublich viele Ansatzpunkte zu den Kernthemen – und Forderung der Piratenpartei: Datenschutz, Transparenz und Bürgerrechte.

Die PG Fanrechte, der ich auch angehöre, hat diesen Ball aufgenommen. Wir sind alle fußballbegeisterte PIRATEN, die all die vorherrschenden Probleme einmal thematisieren und zusammen mit Fans wieder unsere Rechte zurückholen und wieder einfordern wollen.
Dazu haben wir auf dem Bundesparteitag in Neumarkt 2 Anträge zur Stärkung der Fanrechte und zur Aufnahme des Dialogs rund um das Thema Pyrotechnik auf den Weg gebracht.

Zum Start der neuen Bundesliga-Saison haben wir bundesweit eine Aktion gestartet und an verschiedensten Stadien mit Flyern auf die Probleme aufmerksam gemacht.

Maßnahmen wie Kennzeichnungspflicht von Polizisten, eine Abschaffung der datenschutzfeindlichen Datei „Gewalttäter Sport“ und verhältnismäßigen Personenkontrollen, sowie der Abschaffung von sippenhaftähnlichen Kollektivstrafen gegen Vereine und der Aufnahme eines ergebnisoffenen Dialogs rund um das Thema „Pyrotechnik“ in Zukunft wieder eine bessere Ausgangslage für fußballbegeisterte Fans und eine repressionfreiere Kultur um das runde Leder sollen hier erste Ansatzpunkte sein.
Eine Regulierung darf nicht nur zu Lasten der Fans und auf Kosten von Freiheits- und Bürgerrechten geschehen!

Fußball gilt als eine der schönsten Nebensachen der Welt. Die Freude, das Engagement und das Herzblut, dass unzählige Fans jede Woche wieder und wieder leben, um Stadien mit Stimmung, Atmosphäre und Kultur zu beleben, macht diesen Sport zu liebenswert. Ohne all dies ist Fußball eine traurige und stille Vorstellung.
Fußball ist erst durch die Fans das was es heute geworden ist: ein Rahmen, der die Menschen verbindet und über Sprach- und Kulturgrenzen hinaus für eine Verständigung sorgt.

Für die Fans, für den Fussball!

Autor: @likedeel