Wer wir überhaupt sind

Wer wir überhaupt sind

Die Projektgruppe Fanrechte in der AG Sport ist ein Zusammenschluss von Piraten, die den um sich greifenden Sicherheitswahn bei Sportveranstaltungen kritisch sehen. Die Gründung erfolgte im Februar 2013, mit den vorläufigen Zielen, einen mehrheitsfähigen Antrag für den Bundesparteitag und einen Flyer zu entwickeln, um die Bürgerrechte für Sport-, hauptsächlich Fußballfans beschlussgestützt in der Öffentlichkeit thematisieren und zu einem Wahlkampfthema der Piratenpartei machen zu können.

Dabei wollen wir alle Mittel einsetzen, um das Thema auf die Tagesordnung zu setzen. So arbeiten wir zu diesem Zweck bereits mit einigen unserer Landtagsfraktionen thematisch zusammen. Entsprechende Ergebnisse werden hier auch veröffentlicht.

Eine Herausforderung bei unserer Arbeit war und ist, dass wir teilweise auf beiden Seiten, bei Piraten und Fußballfans, auf Unverständnis stoßen, wieso denn die Piratenpartei – eine Ansammlung vorgeblich friedlicher Nerds – ausgerechnet mit der klischeemäßig lauten, ständig besoffenen, zu Gewalt neigenden Gruppe der Fußballfans in Verbindung stehen sollte.

Klischees sind aber eben nur Klischees. Und wie die Netizens vor 2009 haben auch die Fans derzeit keine parlamentarische Lobby. Für Innenpolitiker der etablierten Parteien, sind Menschen die zu Sportveranstaltungen gehen primär Sicherheitsrisiken und potentielle Straftäter. Stadionverbote und Eintragungen in Gefährderdateien erfolgen auf bloße Personalienfeststellung oder Anfangsverdacht hin.
Um Ordnungswidrigkeiten zu verhindern, die damit vergleichbar sind an Silvester vor 18 Uhr mit Feuerwerk zu hantieren, wird der Zugang zu Stadien oder ganzen Städten verboten, bundesweite zentrale Datenbanken angelegt und Nacktkontrollen vorm Stadion eingeführt. Wer schon einmal per Flugzeug verreist ist, weiß wie Sicherheitskontrollen möglich sind – ohne Anfassen und ohne sich ausziehen zu müssen.
Und wenn irgendwo eine kritische Situation entsteht, sei es auch erst durch Fehleinschätzungen der Einsatzkräfte, hinterfragt in der Öffentlichkeit niemand den Polizeibericht über die “gewalttätigen Ultras und Hooligans”, weil er in den Narrativ passt. Dabei sind Fußballspiele statistisch deutlich friedlicher als beispielsweise das Oktoberfest.

Die Fans bräuchten eigentlich so etwas wie eine Piratenpartei! Lasst uns daher auch die Piratenpartei der Fans sein.

Den ersten Schritt dazu hat der Bundesparteitag in Neumarkt getan, indem er unsere Anträge mit überzeugenden Mehrheiten angenommen hat, wofür wir uns noch einmal herzlich bedanken.

Wir, das sind Fans aus Berlin, Dortmund, Dresden, Düsseldorf, Essen, Gelsenkirchen, Hamburg, Karlsruhe, Mannheim, München, Oberhausen, Wuppertal,…